Elternberaterin Maja Hellmann über die Begleitung von Kindern mit starken Gefühlen

Wie kannst du dein Kind gut begleiten, wenn es starke Gefühle hat?

„Nicht weinen.“, „Halb so schlimm.“ „Oh, guck mal da.“

Kennst du das? Trösten und Ablenken von unseren Gefühlen durch unsere Eltern.

Doch wenn du dein Weinen unterbrochen hast, war der Schmerz immer noch da.

Wir können es besser machen.

Weinen ist ein natürlicher Heilungsprozess.

Unsere Kinder erfahren täglich kleine und große Enttäuschungen auf dem dünnen Seil, auf dem sie in die Welt heraus gehen. Heraus aus der Geborgenheit und dem Einssein mit uns Müttern. Seine heile Welt bricht für einen Moment zusammen. Sie machen dabei schmerzhafte Erfahrungen, werden traurig, weinen. Durch dieses Weinen, kann es Spannungen entlasten und geht mit neuer Zuversicht an die nächste Herausforderung heran.

Scheinbare Kleinigkeiten können ein starkes Weinen über einen tieferen, nicht gefühlten Schmerz auslösen.

Ein Kind kam zu mir und war erschüttert, weil die anderen aus der Gruppe ihm die Mütze weg nahmen. Als es sich sicher und gesehen von mir fühlte, begann es sehr heftig zu weinen. Ich sagte:

„Oh, ich sehe, du bist sehr traurig.“

Er konnte sich ausweinen und ging danach erholt wieder spielen. Vielleicht hat er die Nähe und Sicherheit genutzt, den Schmerz zu fühlen, dass er nicht mehr der Kleinste ist, seit dem sein Geschwisterchen auf der Welt ist.

Wie kannst du dein Kind gut begleiten, wenn es weint?

Zuhören

Wenn du deinem Kind zuhörst, fühlt es sich gesehen in seinem Schmerz. Es erholt sich.

Zuhören heißt

  • Du empfängst ohne Wertung, ohne Beurteilung dein Gegenüber.
  • Sei einfach da, aufmerksam und entspannt.
  • Habe in deinem Bewusstsein, dass du Zeugin eines wunderbaren Heilungsprozesses bist.
  • Gib deinem Kind Nähe und halte Augenkontakt.
  • Bestätige dein Kind, dass es sicher und willkommen mit seinem Schmerz ist.
  • Nimm dir Zeit, eventuell musst du deinen Plan ändern.

Dein Kind wird anschließend vielleicht erschöpft einschlafen oder mit neuer Kraft und Selbstvertrauen in die Welt gehen. Du hast einen wunderbaren Beitrag geleistet, dass sich dein Kind geliebt und hoffnungsvoll fühlt auch wenn es starke Gefühle hat.

Welche Erfahrungen hast du gemacht, wenn du als Kind sehr weinen musstest?

Wie gehst du heute damit um?

 

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