Warum die Freiheit in deinem Sein als Elternteil oder Pädagog*in in dir beginnt

Hallo, liebe Eltern und Pädagog*innen,

ich möchte heute einige Gedanken über Freiheit mit euch teilen und freue mich, wenn ihr in den Kommentaren eure Sicht auf Freiheit in dem Sein mit Kindern teilt.

Ich freue mich auf eure Beiträge!

Klarheit für deine Pädagogik

Biete deinem Kind keine Freiheit an, für die du selbst nicht bereit bist. Freiheit als Konzept funktioniert nur in dem Rahmen, in dem du frei bist.

Freiheit ist kein Konzept um dich zu heilen oder um es für dein Kind besser zu machen als du es hattest.

Deine eigene Unfreiheit wird dir auf die Füße fallen.

Kinder brauchen Klarheit.

Wenn du eine Freiheit kreierst, die dir selbst unheimlich ist und der du nicht traust, irritierst du Kinder.

Du hast vielleicht das staatliche System satt und willst etwas ganz neues Freies aufbauen. Aber das System ist noch in deinem Organismus, in deinem

Denken

Fühlen

Schauen

Reagieren.

Du wirst dein Kind nicht frei beobachten können, sondern zum Beispiel denken:

„Er ist schon 9 Jahre alt und kann immer noch nicht lesen.“

Das ist nicht frei.

Du wirst eure Beziehung damit vergiften und vorgeben, frei zu sein.

Du steckst in deiner eigenen Freiheitsbegrenzung fest. Du kannst anderen nur so viel Freiheit geben, wie du dir selbst geben kannst. Sonst fängst du an zu prüfen und zu kontrollieren.

Erst mit der Erfahrung wächst das Vertrauen.

Freie Schule als lebendiger Prozess

Eine freie Schule ist ein lebendiger Prozess. Manche entwickeln sich über Jahre in Richtung mehr Struktur und Regeln. Andere von Struktur zu mehr Freiraum. Auch von Klasse zu Klasse von Kind zu Kind kann das unterschiedliche Anpassung brauchen.

Du kannst und sollst Menschen nicht kontrollieren. Es macht alles viel mehr Spaß und Freude, wenn wir das Konzept von Kontrolle aufgeben.

Achte stattdessen auf die Qualität deiner Beziehungen zu deinen Kindern, dann entsteht Vertrauen und Nähe und Kooperation.

Schaffe eine Atmosphäre von Empathie und Wertschätzung und Vertrauen, sodass die Kinder sich zugehörig fühlen im Kreis der Gruppe. Dann werden sie ihren Bedürfnissen und Freuden folgen. Kindern geht es mit klaren und einfachen Regeln und Grenzen sehr gut. Sie fordern diese sogar ein. Begreife dich als Pädagog*in als Lernende von Anfang an.

Freiheitsspielraum in mir

Ich will das Kind vor mir erkennen in seinem Spiel. Dafür ist es notwendig in mir einen großen Freiheitsspielraum zu haben, den dich individuell anpassen kann. Ich empfange das Kind vor mir und weiß, es kann für sich aus dem gesamten Material des Raumes frei entscheiden wann und wie und mit wem es sich damit beschäftigt.

Ich finde es falsch, das von jedem Kind zu erwarten.

Das nächste Kind braucht vielleicht meine Nähe, muss erst mal etwas von sich berichten, braucht Zuspruch und kann dann wählen, zu arbeiten.

Dann gibt es Kinder, die ringen darum, die Grenze etwas enger gesteckt zu bekommen.

Freiheit heißt für mich in dem Sinne:

Ich empfange in Klarheit den Raum, den das Kind vor mir an Freiheit braucht.

Dafür muss ich das Kind sehen, ihm zuhören, es beobachten.

Erst wenn ich meine anerzogenen Begrenzungen bereit bin zu dehnen und mich der Freiheit öffne, den Raum in mir zu erweitern, kann ich das Potential des Wesens vor mir erkennen.

Also beginnt die Freiheit in mir, in dem erweiterten Freiraum in dem ich den Menschen vor mir erkenne.

Ich wünsche dir und mir einen entspannten und befreienden Tag.

Liebe Grüße Maja

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